Nachhaltigkeit…

… dafür konnte ich mich schon immer erwärmen.

Ich mag hier jetzt nicht das Thema Textilindustrie… Ausbeutung der Arbeiter in den Billigländern… und all die anderen wohlbekannten Schrecklichkeiten breittreten… ich denke das ist jedermann bekannt… und jeder zieht seine eigenen Schlüsse und Konsequenzen daraus.

Was allerdings viel weniger ausgesprochen wird ist die Wegwerfgesellschaft in der wir leben… da können wir uns auch alle an der Nase nehmen…. allein die Lebensmittel die jährlich auf der Kippe landen, würden nicht nur viele hungernde Menschen ernähren… sondern es wird so unglaublich viel Energie in Anbau, Produktion, Verpackung, Transport und Vermarktung gesteckt, dass so einige (Atom)Kraftwerke schließen könnten…

Das gleiche gilt für Textilien… auf der einen Seite wird Billig(st)Kleidung unter fragwürdigsten Bedingungen hergestellt… und auf der anderen Seite wird sie nach kürzester Zeit wieder weggeworfen… weil billige Textilien schnell kaputt gehen … weil die Farbe nicht mehr in ist… die Form nicht mehr passt… die eigene Figur sich verändert…

Da geht es dann auch gar nicht darum… ob es ein Billig Shirt oder Gots Zertifizierte selbstgenähte Bio Kleidung ist … es geht darum zu fragen: Brauch ich wirklich etwas Neues oder kann ich das alte aufpeppenverändern…. erneuernrecycelnflickenumnähen…. das ist es was ich mache… oft und immer öfter…

Jogginghose verschmälern

Bei einer älteren gebrauchten Hose, zu unmodern zum Anziehen, doch zu schade zum Wegwerfen, ging es mir hier vor allem darum, schnell und einfach etwas zu verändern… ohne großes Schnitt zeichnen, etc. … also jeder (Änderungs)Schneider wird mich gleich in der Luft zerreissen *gg* … daher nenne ich das hier auch „Anregung“

1. Ausganspostition: Hose bügeln… schön, dass Vorder- und Hinterteil gut aufeinander liegen

2. Zusammenlegen: Die Hose genau Außennaht auf Außennaht zusammenlegen

3. Auflegen: gut passende Hose genauso bügeln, falten und möglichst im Fadenlauf auflegen… dann rundherum nachzeichnen

4. Nahtzugabe: die Nahtzugabe (0,7 – 1cm) dazugeben und die Teile aufeinander stecken, damit beim Ausschneiden nichts verrutscht…. dann die äußere Naht wegschneiden… dieser Schnitt sollte zumindest 5cm unter dem Bund aufhören.

5. Breite nachrechnen: Diese Hose hat auch einen Schlag nach innen, den ich beseitigen wollte… zuerst messen und rechnen…

passende Hose Breite unten: 22cm + NZG = 24cm
Hosenbreite derzeit: 26,5cm – 24cm = 2,5cm die noch zu verschmälern sind

6. innere Beihnnaht: die Hose genau auf die innere Beihnaht falten und am Saum die 2,5cm (in meinem Fall) einzeichnen und eine Linie verlaufend vom Kniebereich zum Saum ziehen … diese Linie ist jetzt die Schneidelinie, da die NZG bereits dazugerechnet wurde

7. Zusammennähen: entweder wie ich mit der Ovi oder mit elastischem Stich einer normalen Nähmaschine (ggf. schmaler ZickZackStich) … um einen sanften Übergang von der alten auf die neue Naht zu machen, hilft es, die alte Naht vor dem Schnitt etwas aufzutrennen.
Da die Hose ja nun schon „zerlegt“ war, konnte ich nicht widerstehen und „musste“ sie auch gleich noch behübschen

Ich für meinen Teil bin zufrieden mit dem Ergebnis und habe euch hoffentlich ein bisserl motiviert, einem älteren (vermeindlich hässlichen) Teil noch eine zweite Chance zu geben

Birgit

Verlinkt bei: Create in Austria, Creadienstag Upcycling Dienstag
Stickdatei von: Emblibrary

17 replies to “Nachhaltigkeit…

  1. Super gemacht! So wird aus alt wieder neu!Ich überlege auch immer, ob man an Teilen nicht doch noch was ändern kann, bevor sie zu den Altkleidern wandern. Muss aber gestehen,dass es das Aussortieren nicht grad erleichtert, weil es noch schwerer fällt, sich von Altem zu trennen… :)LG Mary

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  2. klasse ! und was die Wegwerfmentalität angeht – da rege ich mich auch immer wieder aufKleidung wird nicht zu billig gekauft und wenn's geht (sprich: wenn's noch passt) möglichst lange getragenauch andere Dinge werden aufgehoben, wandern bei Nichtbenutzung zuerst auf den Speicher oder in den Keller (manchmal zu meinem Leidwesen)plötzlich braucht man für ein Projekt etwas – und siehe da: Material ist genug vorhanden und kann umgenutzt werdenlieben Gruß und auf eine kreatives 2015Uta

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  3. Ich versuche auch aus unseren alten Sachen was neues zu machen…entweder für mich oder Dinge für die Kids. Klappt jetzt nicht sooo oft, aber ab und zu halt doch. Außerdem frage ich immer nach bevor ich was gutes wegwerfe ob es noch wer brauchen kann und gebe alles an Babykleidung an die nächsten weiter. Deine Anregung ist super….vielleicht kann ich sie ja mal für mich brauchen :)danke! und lg aus der werklstube

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  4. Du sprichst mir sehr aus dem Herzen! Es muss nicht immer was Neues sein und selber verändern, umnähen, ganz was anderes draus machen etc. macht auch noch ganz viel Spaß!Schön, dass Du das hier thematisierst!lgMaria

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  5. Könnten meine Worte sein! Recyceln macht nicht nur Spass, sonder hat einen ganz besonderen WOW-Effekt und ist ressourvenschonend. Ich finde es toll, dass es inzwischen trendy geworden ist, alte Kleidung wiederzubeleben. Und wie man in deinem Tutorial sieht, ist es in nur wenigen Schritten kurzerhand genäht. Wahrseinlich schneller, als zum nächsten Großhandel zu fahren und sich ein neues Teil zu kaufen.lg tina

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