… oder wie zwei Schokomarmeladinger auszogen die Welt der Schneiderei zu erkunden

(Teil 1)

Als ich die Einladung bekam, wusste ich erstmal nicht recht was ich mir darunter vorstellen soll. Ich habe mich dann durch die verschiedenen Internetadressen geklickt und mich eingelesen in die Seiten der Anbieter und Vortragenden. Oh, da wurde mein Interesse dann voll geweckt. Am Ende wusste ich schon sehr konkret: Das möchte ich mir genauer ansehen, jenes muss ich angreifen und welche Fragen noch offen sind, damit ich mir ein Bild davon machen kann.

Ganz toll und überall spürbar war diese gegenseitige Wertschätzung. Ich bin ja ein nähtechnischer Laie und mehr oder weniger Autodidakt. Das was ich vor vielen, vielen Jahren im Mädchengymnasium gelernt habe, schlummert schon noch in mir und ist durchaus abrufbar, aber letztendlich habe ich mir, die meisten Dinge über Videos, Anleitungen, etc. aus dem Internet angeeignet. Und dann stehst da und bist mit den Profis konfrontiert.

Da stehen Leute, die das wirklich gelernt haben, die das professionell betreiben, die jedoch in keiner Weise von oben herab schauen oder einen gar belächeln. Ganz im Gegenteil, sondern so wie hier Linda Sekoll, die einen sehr interessanten Vortrag über die Wirkung von Kleidung im Allgemeinen und die von Farben im Speziellen gehalten hat. Auch wenn ich dachte, eh schon alles zu wissen, gab es viele „Ahas“ und „Ohs“ bei mir, das kannst mir glauben.

Danach habe ich mich bei dem Gedanken ertappt, was denn das Farbspektrum meines Kleiderschrankes über mich aussagt *hmmm* – Na, zum Glück hab ich grad rigoros ausgemistet und weiß jetzt: Da muss noch mehr weg! Und es ist mir noch klarer, mit was ich einen Teil der entstandenen Leere füllen werde. Vollgerammelt wird sowieso nicht mehr!!

Wie gesagt, es herrschte eine unglaubliche Stimmung. Man hatte auch nicht das Gefühl, man müsste jetzt mit aller Gewalt etwas kaufen (der kaufwütige LÖwe in mir schon!), man konnte in Ruhe schauen, mit den Anbieter plaudern, sich untereinander Austauschen. Ganz faszinierend fand ich die Familie Lorenzi, wie alle mit einer Leidenschaft diese Schleiferei und den Scheren/Messerhandel leben und sich auskennen bis ins letzte Detail. Ich wusste nicht, dass man über Scheren und Messer so viel erfahren und sich so viel Wissen aneignen kann. Das war wirklich beeindruckend.

Meine neue Fadenschere – endlich eine die funktioniert und auch feinste Fäden tatsächlich schneidet!

Ich kann auch hier und jetzt all meine Eindrücke nur in kleinen Dosen abgeben und daher bekommt ihr heute auch keine Bilder von meinen tollen gekauften Sachen. Selten hatte es mir so unter den Nägeln gebrannt, gekaufte Ware sofort zu verarbeiten wie diesmal… und es sind VIELE Stoffe.. neue Schnitte… ein Kopf voller Ideen… das muss alles erst einmal bewältigt werden. Ich will nicht streicheln – ich will ANZIEHEN! Wenn ich dann was zum Zeigen habe, bekommst du auch geballte Information über das was da alles im Hintergrund steht.

Vermutlich hat nicht jeder diese Veranstaltung so positiv wahrgenommen und empfunden, wie ich. Das mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass für Susanne und mich an diesem Wochenende der Fokus nur auf uns und den Schneiderei Markt gerichtet war. Wir haben viele, viele Stunden dort verbracht und keine Minute war langweilig. Nicht einmal zum Essen sind wir g’scheit gekommen. Einfach reden, plaudern, sich wohl fühlen, Menschen kennen lernen, neue Dinge entdecken, neue Ideen schöpfen. Das war für mich einfach das Besondere.

Was ein Schokomarmeladinger ist, wissen jetzt alle, die Susannes Vortag gehört haben und eben dass Bloggen auch ganz viel mit Sachertorte zu tun hat. (Für alle die nicht kommen konnten, findet ihr demnächst die Rede auf Susannes Blog – ihren wunderbaren Bericht könnt ihr euch jetzt schon zu Gemüte führen)

Susanne hat mir sehr aus dem Herzen gesprochen und das Bloggen und was dahinter steckt auf ihre wohlbekannte, amüsante Art und Weise allen Unbedarften näher gebracht. Und natürlich durfte der Nähblogger Katalog nicht fehlen, der ja wirklich einzigartig ist auf der Welt.

Bei einem sehr informativen Vortrag von Monica Ferrari habe ich vermutlich nur einen kleinen Einblick bekommen, was Modedesign bedeutet und wie viel Arbeit dahinter steckt. Hut ab. Sowas werde ich nie erreichen und das ist auch nicht mein Weg.

Was sehr wohl passiert ist, dass sich das, über was ich schon lange nachdenke, jetzt richtig manifestiert hat. Zum einen möchte ich meiner femininen Seite und meiner eigenen Kreativität mehr Raum geben und ich möchte es schaffen dass jemand mal kommt und sagt „Ma, wie fesch, was hast du da an! Woher hast du das?“ (ein hoffentlich nicht zu hochtrabender Gedanke) Es stehen jetzt auch einige Schnitte von So!Pattern auf meiner ToDo Liste. Stefanie ist eine Frau die mich und meine Seele rundherum anspricht. Kein Wunder, dass mir all ihre Schnittmuster (man konnte genähte Probestücke anziehen) einfach passen.

Mit all dem untrennbar verbunden ist auch der Wunsch, dass ich Stoffe verarbeiten möchte, deren Produktion weder die Umwelt belastet, noch Menschen ausbeutet.

Da gab es zum Glück ausreichend Gelegenheit mich mit einigen Sahnestückchen von Habari, dem Stoffsalon und Karlotta Pink einzudecken.

Ich weiß nicht wie viel Zeit ich bei und mit Ines und ihren traumhaften farbreichen Stoffen und Stefanie und ihren offenbar nur für mich entworfenen Schnitten verbracht habe. Genossen habe ich jedenfalls jede Minute. (Über diese drei Stoffeinkäufe werde ich, wie schon erwähnt später mehr schreiben, sobald ich die Stoffe vernäht und schön fotografiert habe)

Sehr toll fand ich die Stoffqualität von Amiel – seidenweiche Stoffe aus Leinen/Lyocell/Zink bzw. Leinen/Lyocell/Alge, besonders für Leute mit Hauproblemen und jene, die es besonders fein haben wollen. Die Stoffe sind durchwegs naturfarben und ich möchte einem davon beim Siebdruck Workshop von Alles-Näht mit etwas Farbe versehen – davon werde ich bestimmt noch etwas erzählen.

Mit ebenso weicher, streichelfeiner Qualität aus Tencel bzw. aus Biobaumwolle produziert Mavienna entzückende Kindermode. Dieses neue innovative Label von Andi & Cri lebt ihr Motto „Echt, fair und für alle: Wiender Textilkultur mit sozialer Verantwortung“ Wirklich, wirklich toll. (und es soll demnächst auch eine Linie für Erwachsene enstehen!)

Es gibt noch so unendlich viel zu erzählen, über nähnotwendigen exquisten Firlefanz, leuchtende südamerikanische Hammerstoffe, geniales Strickdesign, großartige handgefertigte Siebdruckstoffe, österriches Stoffdesign, die wunderbare Helga… und… und… und… aber das würde den Rahmen eines einzelnen Posts sprengen und daher mache ich jetzt mal Schluss mit dem ersten Teil meiner „Schneiderei Markt Nachlese“ und finde es schön, wenn du mich bis hierher begleitet hast.

Demnächst geht es weiter und ich freu mich, wenn du wieder mit dabei bist

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6 thoughts on “Glücksoberflow beim 1.Schneiderei Markt…

  1. Liebe Birgit, es war eine Freude Dich dabei zu haben, da warst ein bereichernder Teil des Schneiderei-Marktes
    Die liebsten Grüße aus Wien
    Helga

  2. Liebe Birgit,
    sehr schön geschrieben, fast was wäre ich dort gewesen.
    Umso mehr bin ich traurig, dass ich nicht kommen konnte.

    Über die nächsten Beiträge zum vernähten Stoff, freue ich mich schon. Und bin gespannt, was alles kommt.

    Und wiedereinmal bin ich überrascht, dass das Jahr 2016, das Jahr der Achtsamkeit ist.

    In diesem Sinne, viele liebe Grüße
    BellaMonella

  3. Vielen Dank für die Blumen!!
    Freut mich sehr, dass mein Gedanke, dass es nicht schadet wenn man sich ein bissi mit dem auskennt was man feilbietet, auch hier auf Gegenliebe stößt! Gott sei Dank wissen wir die Löwin.g scherentechnisch in guten Händen! 😉
    lg aus Wien, Andreas Lorenzi

  4. Ein toller Bericht, ich freu mich so für dich, dass du so viel mitnehmen konntest. Das schreit wirklich nach einer Wiederholung!!! 😀

    Glg
    Claudia

  5. WOW, klingt nach einem tollen Wochenende! Ich kann mir gut deine "Aufbruchstimmung" vorstellen, wenn die Kreativität "einschießt" und man nicht weiß wo man am besten anfangen soll… (Und verzweifelt ist, dass der Tag nur 24h hat) 🙂
    Bin schon sehr gespannt auf Teil 2!
    lg Martina

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